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Herstellerportrait: Botanical Distilling

André, Du bist 2017 deiner Leidenschaft für Botanik und hochwertige Spirituosen gefolgt und hast mit Botanical Distilling angefangen, deine eigenen Spirituosen zu produzieren.

Wie ist es zur Gründung von Botanical Distilling gekommen? Was war die Idee hinter dem Projekt und warum gerade der Name Botanical Distilling?

Schon als Kind und später als Jugendlicher, hatte ich großes Interesse an Pflanzen und deren Aromen. Die Zeit, die andere mit Ihrem Hamster oder Hund verbrachten, nutzte ich, um verschiedene Nutzpflanzen und Kräuter zu kultivieren und sie dann in der Küche zu verarbeiten oder zu konservieren. Die einzigen Möglichkeiten dies zu tun, war neben dem Trocknen, das Einfrieren oder Einlegen bzw., Einwecken. Vor etwa acht Jahren beschäftigte ich mich dann das erste Mal mit der Destillation. Da hatten es mir vor allem Kräuter, Gewürze und Absinthe angetan. Irgendwann war ich mit meinen Ergebnissen so zufrieden, dass ich sie auch Markus Lion vorstellte. Daraus hat sich ein kleines Ritual ergeben, dass ich Ihm jedes Jahr zur Wermuternte, zu der ich in die Schweiz fahre, einen kleinen Besuch abstatte und ihm eine neue Probe mitbringe. Schließlich besuchte ich diverse Kurse für Klein- und Obstbrenner und zahlreiche Sensorikseminare. Zwischenzeitlich war das Ende der Abendschule für den Maschinenbautechniker absehbar und ich wusste, wenn ich je herausfinden wollen würde, ob ich auf professionellem Niveau Destillate herstellen kann, dann genau zu diesem Zeitpunkt. Ich gründete also meine eigene Brennerei, die sich in Kirchhundem befindet, also in Südwestfalen, genauer gesagt im Dreiländereck NRW/ Rheinland-Pfalz/ Hessen. In unserer Gegend wird hauptsächlich Korn gebrannt, der als Ausgangsbasis für Wacholder, Kümmel und Co. dient. Obstbrände sind eher unüblich, da es wesentlich weniger Obstbäume, als beispielsweise in Süddeutschland gibt. Für mich war gerade diese Ausgangssituation ein Ansporn, dem etwas entgegenzusetzen. Tatsächlich gibt es im Mittelgebirge eine riesige Vielfalt, hocharomatischer Pflanzen, die ausgesprochen geeignet sind, um daraus hervorragenden Schnaps zu destillieren. Daher habe ich mich genau auf diese Nische konzentriert und stelle Geiste, Spirituosen und Brände aus regionaltypischen und exotischen Zutaten her. Der Name „Botanical Distilling“ ist als Hinweis zu verstehen, dass ich keine Maischen, sondern nur Mazerate abdestilliere.

Was hast Du vor deinem Leben als Brenner gemacht? Konntest du einige Erkenntnisse aus dem Maschinenbau in die Destille mit einfließen lassen?

Nach der Realschule, habe ich eine Ausbildung zum technischen Zeichner und anschließend in der Abendschule den Maschinenbautechniker gemacht. Generell kann die Destillieranlage keine Qualität erzeugen, sondern nur helfen, die Qualität der verarbeiteten Ausgangsstoffe zu bewahren. Von daher habe ich die Konstruktion denen überlassen, die sie am besten können. Dank meiner Ausbildung, konnte ich mir aber ein sehr detailliertes Bild über die Fertigung der Anlagen machen. Ich habe Angebote bei allen namhaften Herstellern eingeholt und dann meine drei Favoriten persönlich besucht. Vor Ort habe ich die herstellerspezifische Bauart und die Fertigung kennengelernt. Da mir die Fertigungsverfahren des Metallhandwerkes vertraut sind, konnte ich ganz gut beurteilen, wer die Arbeiten am besten ausgeführt. Letztendlich ging es mir aber vor allem um eine gute Bedienbarkeit und die Möglichkeit, eine bestmögliche Reinigung zu gewährleisten. Um schonend, aber dennoch effizient destillieren zu können, spielt das Handling eine große Rolle. Eine ständig tadellos saubere Anlage ist die Grundlage, um Aromenverfälschung und -verschleppung auszuschließen. Daneben habe ich während meiner Berufsausbildung Kenntnisse der Thermodynamik und Strömungslehre erlernt, welche um den theoretischen Ablauf der Rektifikation nachzuvollziehen recht dienlich waren. Das ist zwar nicht zwingend notwendig um Schnaps zu brennen, dennoch hilfreich, um Rückschlüsse bezüglich der Verfahrensweise ziehen zu können. Letztlich habe ich mich für eine Anlage von Arnold Holstein, aus Markdorf am Bodensee entschieden. Das war mit Abstand die wertigste der drei favorisierten Anlagen, aber in meinen Augen auch diejenige, die meinen Ansprüchen am nächsten kam.

Welche Hürden gab es zu überwinden, oder lief alles wie geplant?

Beinahe alles lief wie geplant. Die Bürokratie und die deutschen Behörden sind wohl für jedermann eine Hürde.

Hast Du Kurse besucht oder dir das Handwerk autodidaktisch angeeignet?

Vor allem durch eigenes Probieren; erst nachdem ich bereits einige Jahre lang meine eigenen Erfahrungen gesammelt hatte, besuchte ich Kurse, um meine Fähigkeiten zu perfektionieren und vor allem, mich mit dem Umgang mit professionellem Equipment vertraut zu machen. Man sollte IMMER darüber nachdenken, wie man etwas besser machen kann. Daher werde ich auch in Zukunft Kurse, Praktika bei Kollegen und Weiterbildungen absolvieren.

Was macht deinen Standort zu etwas Besonderem?

Ich wohne im angrenzenden Siegerland und der Zufall hat es so gewollt, dass ich die Räumlichkeiten, in denen sich die Destillerie befindet, anmieten konnte. Zwar werden hier schon seit längerer Zeit, Geiste produziert, aber eben nicht mit den Rohstoffen und nicht mit der technischen Ausstattung, wie ich sie verwende.

Welche Rolle spielt Regionalität für Dich?

Auch wenn ich einige exotische Destillate herstelle, ist der Grundgedanke, alles in die Flasche zu packen, was in direkter Umgebung wächst und von besonderer Qualität ist.

Bist du sehr heimatverbunden?

Eigentlich nicht, aber ich mag die Landschaft hier und vor allem, dass man überall von Wäldern umgeben ist. Es ist schön auf dem Weg zur Arbeit beim Ortseingang zu lesen „Kirchhundem, wo die Wälder wache halten“. Vielleicht etwas kitschig aber ich mag es.

Was fasziniert dich an der Destillation natürlicher Grundstoffe am meisten?

Selbst unauffällige Pflanzen, die direkt vor der Haustüre wachsen, können ein unglaubliches Aroma verströmen. Erst die Destillation erlaubt einen fokussierten Eindruck. Hier werden Aromen konzentriert und herausgearbeitet, die man auf den ersten Eindruck gar nicht so direkt wahrnimmt. Es ist, als würde man durch ein Mikroskop schauen.

Gibt es bestimmte Zutaten ,die du bisher noch nicht verarbeitet hast, aber unbedingt einmal in der Zukunft brennen möchtest?

Die Zahl der pflanzlichen Rohstoffe, die ich noch destillieren möchte, ist glücklicherweise noch unendlich lang.

Wie wichtig ist für Dich der Austausch mit anderen Brennern und deinen Kunden?

Sehr wichtig. Nur durch Austausch zu Kunden und Kollegen erreicht man langfristig eine Verbesserung der eigenen Arbeit. Für die eigene Brennerei hast du eine Genehmigung als Hersteller erhalten. Du darfst aber selbst keinen Alkohol erzeugen, sondern diesen nur veredeln.

Welche Vorteile hat dies für Dich?

Es gibt bei uns ja eh kaum Obst, das ich einmaischen und brennen könnte, daher ist es für mich wesentlich einfacher, wenn ich mich auf Zutaten konzentriere, die nicht vergoren werden müssen. Außerdem ist die Administration wesentlich einfacher.

Welche Herausforderungen bringt dies mit sich?

Ein hochwertiges Destillat entsteht einerseits, durch die Auswahl einwandfreier Zutaten und was eine Brennanlage im Stande ist, aus diesen Zutaten herauszuholen. Mit meiner Anlage spielt es daher nicht mehr so eine große Rolle, ob wir nun über einen Geist, oder einen Brand sprechen. Meine Geiste bilden im Vergleich zu vielen anderen, sehr authentische Aromen aus und stehen Bränden in nichts nach. Deine Brennerei läuft jetzt etwas über ein Jahr.

Was wünschst du dir für die Zukunft und welche deiner Träume sind bereits in Erfüllung gegangen?

Für die Zukunft wünsche ich mir natürlich, dass meine Destillate möglichst vielen Leuten gefallen und ich ihnen damit meine Welt etwas näherbringen kann. Mit der Gründung meiner eignen Brennerei ist mein größter Traum bereits in Erfüllung gegangen. Jetzt halte ich natürlich immer Ausschau nach weiteren spannenden Projekten und Gelegenheiten.

Was sind die nächsten Schritte, die du in deinem noch jungen Unternehmen machen möchtest?

Meine Marke im Markt etablieren. Gerne würde ich meine Destillate in guten Cocktailbars wiederfinden. Einige meiner Destillate sind ja genau darauf ausgelegt.

Was wird die wahrscheinlich größte Herausforderung für dich in diesem zweiten Jahr von Botanical Distilling?

Gute Kontakte knüpfen und mich auf dem Markt in einer Nische zu etablieren. Woher kennst du Markus Lion und weshalb wolltest du gerade, dass er deine Produkte anbietet? Wie bereits erwähnt, habe ich schon früh angefangen, Markus meine ersten Destillate vorzustellen. Das geschah vor allem aus dem Grund, dass ich ihn und sein Team immer als absolut zuverlässig und akkurat erlebt habe, da ich zuvor selbst Kunde bei ihm war und immer noch bin. Gerade seine Meinung war aufgrund seiner Expertise für mich sehr spannend. Also habe ich selbstverständlich auch direkt an Ihn gedacht, als es darum ging, meine Destillate zu vertreiben.

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