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Erzeugt Absinthe einen besonderen Rausch?

Um diese Frage erschöpfend zu beantworten, werde ich etwas ausholen, denn das Thema ist vielschichtiger, als man auf den ersten Blick hin meinen sollte. Zunächst stellt sich einmal die berechtigte Frage, ob historischer Absinthe (aus dem 19. Jahrhundert bis zum Begin des 20. Jahrhundert) eine andere Wirkung hat, als heute produzierter Absinthe. 


Dafür schauen wir uns Rezepte aus verschiedenen Büchern aus dem 19. Jahrhundert an, die den Brennereien als Grundlage für ihre Produkte dienten: Man findet dort im Prinzip alles, was es heute auch gibt: Billig hergestellte Ölmixe, Mazerate, Destillate und kolorierte Absinthe. Auch vor über 100 Jahren wusste man, daß es für verschiedene Ansprüche, unterschiedliche Produkte gibt. Auch war man sich darüber bewusst, daß nur die besten Zutaten auch zu einem hochwertigen Produkt führen.  


Messmethoden von Thujon

Was man damals aber noch falsch einschätzte war die Bedeutung / Wirkung des (nicht nur) im Wermut (Artemisia Absinthium) vorkommende Thujon. Die Messmethoden waren damals noch lange nicht so ausgereift, wie heute - und selbst heute ist es sehr unwahrscheinlich, daß man gleiche Messresultate erhält, wenn man einen Absinthe von der selben Charge in mehreren Laboren analysieren lässt. 


Wie steht es denn nun mit der landsläufigen Meinung, Absinthe hätte im 19. Jahrhundert einen wesentlich höheren Thujonwert gehabt, als Produkte heute? Dieser Frage ist mein Freund und Geschäftspartner Ian Hutton bereits vor vielen Jahren auf den Grund gegangen, indem er zahlreiche historische Absinthe vom Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe untersuchen ließ. Dirk Lachenmeier ist ein Wissenschaftler, der sich selbst intensiv mit Absinthe beschäftigt hat und oben geäußerte These auch aus der Welt schaffen wollte. Ergebnis der Untersuchung war, daß es zwar unhomogene Messwerte gab (zwischen quasi 0mg und ca. 50mg), die im Durchschnitt aber auf heute zulässigem Niveau lagen. 


Die Schlussfolgerung ist also, daß rein vom Thujonwert, heutige Produkte mit historischen Produkten vergleichbar sind. Das ist isnsofern auch nicht verwunderlich, denn Hersteller wie Combier, Matter und Zufanek verwenden Rezepte, die nahezu identisch mit historischen Rezepten sind. Die Kräuter haben sich in etwa 100-150 Jahren auch nicht verändert (aber es gibt natürlich große regionale Unterschiede). Die Brennhäfen sind entweder ebenso alt wie die Rezepturen und stammen sogar ursprünglich von Egrot, Paris und wurden gebraucht von Pernod Fils gekauft (Combier), oder sind im Fall von Matter aus den 1930er - 1940er Jahre, oder sind im Fall von Zufanek auf den letzten Stand der Brenntechnik und quasi neu (Holstein, Markdorf). Der verwendete Alkohol ist heute sicher wesentlich hochwertiger, als der, den Hersteller früher verwendeten. Das eigenltiche Brennverfahren hat sich nicht wesentlich verändert. Aus diesen Gründen ist es naheliegend, anzunehmen, daß sich Produkte von damals nicht grundlegend von denen unterscheiden, die heute in vergleichbarer Weise hergestellt werden.


Der Rausch hat sich verändert


Einzig der Bezug zum Thema Rausch ansich hat sich in den letzten 100-150 Jahre gewaltig verändert. Während es in England im 18. Jahrhundert ein massives Massenalkoholismusproblem wegen des Gins gab, war Frankreich im 19. Jahrhundert und zu Begin des zwanzigsten Jahrhundert von einer ähnlichen Plage auf Grund des massives Alkoholmissbrauchs betroffen. Zu Beginn des ersten Weltkriegs wurde daher (einzig richtig) der Absinthe verboten. Die genaueren Umstände sind in einem anderen Blogpost bereits erläutert worden. Heute ist man sich jedenfalls der Gefahr des Alkohols anders bewusst als damals.


Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß historischer Absinthe durch seine enorm lange Reifung zwar ein mit aktuellen Produkten nur selten erreichtes Geschmackserlebnis ist, daß es aber durchaus aktuelle Produkte gibt, die dem sehr sehr nahe kommen. Allein 100 Jahre und mehr Lagerung lassen sich nicht abkürzen, sondern nur imitieren - was zu einem vergleichbaren Ergebnis führt. 


Zum Schluss stelle ich der ursprünglichen These einige provokante Gegenthese gegenüber: Warum sollte heute ein Gesetzgeber eine Spirituose mit rauschdrogenähnlicher Wirkung (Abseits des Alkohols) für den freien Verkauf zulassen? Welcher Anbieter hat es nötig, mit zweifelhaften Eigenschaften zu werben? Hat Thujon (welches auch in Rosmarien und Salbei vorkommt), selbst in 10 oder zwanzigfacher legaler Menge eine Wirkung, die über die des Alkohols hinaus geht, den man zwangsläufig mit dem Absinthe aufnimmt?


Ich habe jedenfalls noch nie irgendwelche rosaroten Elephanten durch die Luft sausen gesehen - egal wieviel Absinthe im Spiel war. Wer dennoch der Meinung ist, Absinthe habe halluzinogene Wirkung, verfügt über eine ausgeprägte Einbildungskraft - und das ist doch auch etwas Schönes. Genieße ich ein Glas historischen Absinthes, reicht mir das, um mich gedanklich in die Zeit der Belle Epoque zurück zu versetzen. 

Immer wieder erhalten wir Fragen wie diese hier: "Ich wollte mal fragen ob ihr auch Absinthe handelt die die selbe Wirkung haben wie die vor dem Verbot... Den jetzigen kann man ja vergessen zuviel Alkohol und keine Wirkung wie erwünscht...."


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