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Brennanlagen Teil 2 - Das Column Still Verfahren

Nachdem Pot Still Verfahren in der letzten Woche, möchten wir uns heute dem Column Still Verfahren widmen. 

Das Säulenbrennverfahren, auch Column Still, Patent Still oder Coffey Still Verfahren genannt, ist im Gegensatz zum Pot Still Verfahren, ein kontinuierliches Brennverfahren. Die unterschiedlichen Namen dieses Verfahrens sind auf die verschiedenen Entwickler zurückzuführen. Zum einen hat Aeneas Coffey dieses Verfahren weiter entwickelt, nachdem es um 1826 von dem Schotten Robert Stein, erfunden wurde. Die Innovation von Coffey war es, anstelle von nur einer Säule, eine zweite Säule am Brennhafen anzubringen, um so noch mehr Wasserdampf im Brennprozess herauszufiltern und zu verhindern, dass dieser sich im Auffangbehälter wieder mit dem gewonnen Alkohol vermischen konnte. 
Erst rund 80 Jahre später, um 1908 wurde das Patent für die Destillationskolonne von dem belgischen Ingenieur Cellier-Blumenthal angemeldet, daher auch der Name Patent Still Verfahren. 

Ursprünglich entwickelt wurde dieses Brennverfahren um die steigende Nachfrage an Whisky im 19. Jahrhundert decken zu können, denn das Pot Still Verfahren hatte den entscheidenden Nachteil, dass zwischen den Brennvorgängen die Brennkessel gesäubert, von Neuem befüllt und erhitzt werden mussten. 

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Bei dem Column Still Verfahren handelt es sich um ein kontinuierliches Brennverfahren, da immer wieder neue Maische in den Brennkessel eingefüllt werden kann und so ohne Unterbrechung große Mengen von Alkohol hergestellt werden können. Dadurch eignet sich das Column Still Verfahren hervorragend zur industriellen Herstellung von Alkohol.
Die Enderzeugnisse aus den Column Still Verfahren können bis zu 94,8 Volumenprozent aufweisen. Dieser hohe Alkoholgehalt kann durch die Rektifikationskolonne mit mehreren Glockenböden erreicht werden, in denen immer wieder das kondensierte Wasser abgeleitet wird, um möglichst reinen Alkohol zu erhalten. Durch die vielen Glockenböden wird jedoch nicht nur das Wasser aus dem Destillat gefiltert, sondern auch viele Aromenstoffe. Daher wird dieses Brennverfahren meist für die Herstellung von neutralem Agraralkohol, neutralem Wodka oder Spirituosen, die erst später durch die Reifung in beispielsweise Holzfässern ihre Aromen erhalten, produziert. 

Das Verfahren selbst beginnt mit dem Einfüllen der Maische. Noch in kaltem Zustand wird die vergorene Maische in den Destillationsprozess eingeführt. Von hieraus durchläuft die Maische dann die sogenannte Spirit Chamber, in der sie erhitzt wird. Die Erwärmung erfolgt durch außen an den Rohre vorbeiströmenden Wasserdampf. Am Boden der ersten Säule, dem Rectifier, angekommen, wird die erhitze Maische in die zweite Säule, den sogenannten Analyser überführt. 
Die Besonderheit des Analysers sind die Glockenböden, auf welchen die Maische von unten mit heißem Wasserdampf weiter erhitzt wird. Dadurch können sich Alkohol und die Geschmackstoffe aus der Maische lösen und in gasförmigen Zustand wieder in den Rectifier zurück geleitet werden. Diese zurückströmenden Gase werden in drei Gruppen unterschieden. 
Substanzen, wie beispielsweise ätherische Öle, die sich nur bei sehr hoher Temperatur aus der Maische lösen lassen. Da sich die ätherischen Öle positiven auf den Geschmack des späteren Destillats auswirken können, werden diese Stoffe, über ein eigenes Überleitsystem in den Analyser und die Maische zurückgeführt. 
Jene Substanzen, die im Siedebereich des Alkohols liegen, werden im Rectifier über mehrere Etagen zu einem Ausgang in der Mitte der Säule geführt. Hier spricht man von dem Middle Cut oder auch Heart of the Run. 
Alle Stoffe, die sich bei einer relativ geringen Siedetemperatur aus der Maische lösen, beim Pot Still Verfahren vergleichbar mit dem Vorlauf, werden bereits im Analyser abgeleitet und so aus dem Brennprozess herausgefiltert. 

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So kann im Column Still Verfahren kontinuierlich Maische nachgefüllt werden und ohne Unterbrechung destilliert werden. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Pot Stil Verfahren ist das Material, aus dem diese Anlagen gefertigt werden. Für die Fertigung der Brennsäulen wird meist Stahl verwendet. Stahl ist weitaus robuster und weniger anfällig, als Kupfer, welches traditionell für die Pot Stills verwendet wird. Daher kann man hier auch von einer Kostenersparnis ausgehen. 

Welche Art der Destillation angewendet wir, hängt also zum einen von der verwendeten Anlage ab, aber auch davon, welche Spirituose hergestellt werden soll und wo hier die Prioritäten liegen.

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